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Mental Load bei Frauen: Warum dauerhafte Überlastung kein persönliches Versagen ist

  • Autorenbild: Svenja
    Svenja
  • 21. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 27. Jan.

Mental Load ist kein Modewort. Es ist kein persönliches Organisationsproblem. Und es ist ganz sicher kein individuelles Versagen.

Mental Load beschreibt die dauerhafte mentale Verantwortung für alles, was laufen muss – im Alltag, in Beziehungen, in Familien, im Beruf. Es geht nicht nur um das Tun. Es geht um das Denken davor, dazwischen und danach: Planen, Erinnern, Abwägen, Antizipieren. Um dieses innere An-bleiben, selbst dann, wenn äußerlich gerade nichts passiert. Und dann – als wäre das nicht schon genug – kommt das eigentliche Tun auch noch hinzu.


Mental Load ist real. Freiluftgeflüster schafft Raum für Wahrnehmung und Entlastung in Barsinghausen, Garbsen und online.

Was ist Mental Load? – Die unsichtbare mentale Arbeit im Alltag

Mental Load ist nicht das, was man sieht.

Es ist das, was im Kopf läuft.


Mental Load ist nicht Putzen – sondern mentale Dauerverantwortung


Mental Load ist nicht:

  • die Spülmaschine einräumen

  • Brote schmieren

  • Termine wahrnehmen

  • Kleidung waschen



Mental Load ist:

  • zu wissen, dass Brote geschmiert werden müssen

  • im Blick zu haben, wann die Spülmaschine voll ist

  • im Kopf zu behalten, wer wann wo sein muss

  • vorauszudenken, was fehlt, bevor es jemand merkt


Mental Load ist die unsichtbare Projektleitung des Alltags.


Und oft gilt:

  • Wer mitdenkt, macht es am Ende auch.

  • Wer erinnert, übernimmt automatisch Verantwortung.

  • Wer merkt, dass etwas fehlt, schließt die Lücke.


Nicht, weil andere es nicht könnten. Sondern weil jemand muss.


Mental Load und Gleichberechtigung: Warum „Helfen im Haushalt“ nicht reicht


Mental Load ist real. Freiluftgeflüster schafft Raum für Wahrnehmung und Entlastung in Barsinghausen, Garbsen und online.

„Mein Mann hilft im Haushalt.“


Dieser Satz klingt nett. Partnerschaftlich sogar.

Und doch verrät er sehr viel.


Helfen kann man nur dort, wo man nicht zuständig ist.


In einem Haushalt, in dem beide leben. Mit Kindern, die beide gezeugt und gewollt haben. Mit einem Alltag, den beide verursachen.


Das ist keine Gleichberechtigung. Das ist Delegation mit freundlichem Etikett.


Gleichberechtigung bedeutet nicht, dass jemand unterstützt.

Gleichberechtigung bedeutet, dass Verantwortung geteilt wird – mental, emotional, organisatorisch.


Care-Arbeit, Erwerbsarbeit und Mental Load: Warum Teilzeit nicht entlastet


Offiziell sind wir weiter. Praktisch hängen wir oft noch fest.


Denn:

  • Care-Arbeit gilt immer noch als „nebenbei machbar“.

  • Mentale Verantwortung ist unsichtbar – und damit leicht abzugeben.

  • Erwerbsarbeit hat klar definierte Arbeitszeiten. Care-Arbeit nicht.


Und ja: Wer 40 Stunden im Büro arbeitet, ist abends müde.

Das stellt niemand infrage.


Aber was ist mit den Menschen, die den ganzen Tag mit Kindern zu Hause sind? Oder mit denen, die zusätzlich arbeiten?


Auch das ist viel. Vor allem dann, wenn diese Arbeit eingebettet ist in einen Alltag ohne echte Pausen.


Mental Load im Alltag: Warum die Kita-Zeit keine Pause ist


„Aber wenn die Kinder in der Kita sind, hast du doch auch mal Ruhe.“


(Und ja – die Klugscheißer unter den Lesenden denken genau das jetzt. Vielleicht sogar kurz ich selbst.)


Auf dem Papier klingt das logisch. In der Realität sieht diese Zeit oft so aus:

Die Person, die den Großteil der Care-Arbeit trägt, erledigt in diesen Stunden nicht „nichts“. Sie erledigt alles, was sonst keinen Platz hat.


Haushalt. Organisation. Termine. Absprachen. Planung. Nachdenken. Nachhalten. Das, was nicht warten kann – und das, was sonst abends zusätzlich obendrauf käme.


Mental Load ist real. Freiluftgeflüster schafft Raum für Wahrnehmung und Entlastung in Barsinghausen, Garbsen und online.

Und ja, manchmal passiert etwas ganz Wildes:

Man duscht.

MIT Haare.


Nicht zwischen Tür und Angel.

Nicht mit einem Ohr bei der Tür. Sondern einfach einmal "nur" duschen.


Mental Load nach Feierabend: Warum es dann erst richtig losgeht


Und dann gibt es die andere Realität:

Die Kinder sind in der Kita. Und die Person, die den Großteil der Care-Arbeit übernimmt, arbeitet in dieser Zeit.


Vielleicht Vollzeit. Vielleicht 30 Stunden. Vielleicht 25. Vielleicht 20. Egal.


Ich war früher eine von denen, die Müttern um zwölf Uhr mittags einen „schönen Feierabend“ gewünscht haben.


Ich würde das heute gern zurücknehmen.


Denn Feierabend ist nicht Feierabend. Ab dann geht es erst richtig los.

Diese Menschen arbeiten, holen die Kinder ab und steigen ohne Übergang in die nächste Schicht ein.


Unsichtbare Care-Arbeit: Momente, die in keiner Statistik auftauchen


Die Kinder sind abgeholt. Der Tag war lang. Für alle.

Und plötzlich ist da kein Weitergehen. Kein „Jetzt zieh schnell die Jacke und Schuhe aus“. Sondern ein Zusammenbruch.


Das Nervensystem des Kindes ist überreizt.


Und du sitzt im Flur.

Fünfzehn Minuten.

Zwanzig.

Manchmal eine halbe Stunde.


Du wartest, bis dein Kind überhaupt wieder kann.

Nicht will. Kann.


Währenddessen bist du selbst längst leer. Aber du bleibst.

Nicht als Methode. Nicht als Erziehungsstil. Sondern als Mittragen.


„Du wolltest doch ein Kind“ – Warum Überforderung trotzdem real ist


Ja. Die meisten Eltern wollten ihre Kinder.

Und ja: Es gibt unfassbar viele schöne Momente.


Und gleichzeitig darf es zu viel sein.


Wir dürfen uns über Jobs beschweren, für die wir uns bewusst entschieden haben. Eltern wird diese Erlaubnis oft abgesprochen.


Der Unterschied: Einen Job kannst du kündigen.

Eltern tragen Verantwortung für ein anderes Leben.


Und genau deshalb braucht es Raum für Ehrlichkeit.


Mental Load ist kein Wissensproblem – sondern ein Strukturproblem


Mental Load ist real. Freiluftgeflüster schafft Raum für Wahrnehmung und Entlastung in Barsinghausen, Garbsen und online.

Mental Load entsteht nicht, weil Menschen zu wenig wissen.

Im Gegenteil.


Noch ein Buch.

Noch ein Reel.

Noch eine Checkliste.


Nicht aus Neugier –sondern aus Überforderung.


Mental Load ist kein Organisationsproblem. Es ist ein Zeit- und Strukturproblem.

Ab einem bestimmten Punkt geht es nicht mehr um Optimierung.

Sondern ums Überleben.





Mental Load lässt sich nicht wegatmen


Ein bisschen Journalen.

Kerze an.

Atmen.


Alles nett gemeint.


Aber ein Nervensystem kann sich nicht beruhigen, wenn Verantwortung dauerhaft ungleich verteilt ist.


Mental Load ernst nehmen: Warum Frauen Raum statt Durchhalten brauchen


Viele Frauen hören ihr Leben lang:

„Du schaffst das schon.“

„Andere kriegen das doch auch hin.“


Die Frage ist nicht, ob andere es schaffen.

Sondern: zu welchem Preis.


Mental Load ist kein individuelles Problem.

Er ist das Ergebnis von Strukturen, Erwartungen und einer Verantwortung, die zu lange still getragen wird.


Bei Freiluftgeflüster schaffen wir einen Raum, in dem Wahrnehmung möglich wird. Einen Resonanzraum, in dem sichtbar werden darf, wie der Ist-Zustand wirklich aussieht.


Nicht, um sofort zu optimieren. Nicht, um noch mehr zu leisten. Sondern weil Veränderung erst dort beginnt, wo gesehen wird, was tatsächlich ist.


Unser kostenloses Workbook zum Thema Mental Load


Vielleicht hast du dich beim Lesen an der ein oder anderen Stelle wiedererkannt. Mental Load zeigt sich oft leise – und wird genau deshalb so lange übersehen.

Wenn du für dich einordnen möchtest, ob und wie sehr Mental Load in deinem Alltag eine Rolle spielt, haben wir ein kostenloses Workbook entwickelt.


Hier kannst du es herunterladen:



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