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Gefühle verstehen & spüren: Winterblues, Trauer, Freude & Selbstfürsorge

  • Autorenbild: Giulia
    Giulia
  • 15. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Kannst du dir ein Leben ohne Gefühle vorstellen?


Manchmal eine tolle Vorstellung: Keine Traurigkeit, keine Angst, kein Herzklopfen. Doch geht es überhaupt ohne Gefühle? Und wäre das Leben lebenswert, wenn all das, was uns menschlich macht, fehlt?


An manchen Tagen denkst du dir vielleicht: „Na klar, ich habe keine Lust mehr auf diese trübselige Stimmung!“ Doch dann wären auch alle schönen Gefühle, wie Freude, Liebe oder Glück, verschwunden.


Gefühle brauchen wir wie die Luft zum Atmen. Ohne sie wären wir nur Maschinen oder Puppen. Walt Disney zeigte es in Pinocchio: Nichts wünscht sich Pinocchio mehr, als ein Mensch zu sein – mit all seinen Gefühlen.


Gefühle sind schnelllebig und wechseln oft alle 40 Sekunden. Nur Trauer bleibt länger bestehen.


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Im Wechselbad der Gefühle


Gerade zu dieser Jahreszeit wechseln unsere Gefühle besonders schnell. Viele Menschen leiden unter Winterblues oder Neujahrsblues.

Die Tage vor und nach Silvester sind eine Zeit großer Gefühle. Alles beginnt bereits mit Weihnachten und den damit verbundenen Familienzusammenkünften.


Die ungewohnte Nähe, die diese Zeit mit sich bringt, führt häufig zu Konflikten. Unterschiedliche Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche treffen aufeinander, und Enttäuschungen sind vorprogrammiert.


In diesen Tagen wird die Zeit spürbar langsamer. Wir blicken auf das vergangene Jahr zurück: Bin ich zufrieden? Was habe ich erreicht? Woran möchte ich noch arbeiten? Habe ich meine Chancen genutzt oder vertan?


Die negativen Gefühle wiegen schwerer


Negative Erlebnisse bleiben viel stärker im Gedächtnis als positive. Deshalb erinnern wir uns eher an das, was uns verletzt oder traurig gemacht hat. Enttäuschungen über uns selbst wirken auf unsere Stimmung und lassen negative Gefühle intensiver erscheinen.


Gerade in herausfordernden Situationen kommen unsere Gefühle vehementer und intensiver hoch – und das ist gut so. Sie helfen uns, die Realität wahrzunehmen, Bedürfnisse zu erkennen und Handlungen besser einzuschätzen.


Viele Menschen fühlen aktuell Angst vor Krankheit, Einsamkeit oder Ohnmacht. Andere erleben Wut oder Sorgen wegen existenzieller Unsicherheiten. All das sind normale Reaktionen auf eine unvorhersehbare Lage.


Warum wir unsere Gefühle brauchen

Negative Gefühle ziehen manchmal weitere negative Gefühle an. Verdrängung oder Ablenkung ist kurzfristig eine Lösung, langfristig blockiert sie jedoch unsere Entwicklung. Alle Gefühle wollen gehört und gesehen werden – die angenehmen wie die unangenehmen.

Spüre bewusst in dich hinein: Wo fühlst du dieses Gefühl? In der Bauchgegend oder im Brustkorb? Wie geht es dir wirklich? Ist es Trauer, Wut oder Angst? Kommen Erinnerungen hoch, die gelöst werden wollen?

Positive Gefühle wie Freude, Liebe, Stolz oder Geborgenheit signalisieren, dass dein emotionaler Tank gefüllt ist – es geht dir gut. Negative Gefühle hingegen weisen auf unerfüllte Bedürfnisse hin. Sie zeigen dir, was fehlt oder wiederholt werden sollte.


Fazit: Alle Gefühle sind richtig und wichtig. Es gibt keine guten oder schlechten Gefühle. Sie haben eine Aufgabe und einen Sinn.


Was dir unangenehme Gefühle sagen


Unangenehme Gefühle sind aktuell oft intensiver. Das ist verständlich und angemessen. Dauerhafte, übermäßige negative Emotionen können jedoch problematisch werden, besonders wenn du dich dagegen wehrst, entsprechende Konsequenzen zu ziehen.

Angst, Wut, Einsamkeit und Ohnmacht sind schwer auszuhalten. Niemand möchte dauerhaft leiden, deshalb versuchen wir oft, Gefühle „wegzumachen“.


Unterdrückung ist keine Lösung


Gefühle zu verdrängen oder sich abzulenken funktioniert kurzfristig: durch Unternehmungen, Alkohol, Essen, Sport oder andere Mechanismen. Unterdrückte Gefühle kommen jedoch irgendwann stärker zurück. Sie gehören zu uns und sind ein Teil unseres Wesens.

Nimm deine Gefühle bewusst wahr. Schenke ihnen Beachtung, ohne in ihnen zu versinken. Wenn das schwerfällt, helfen dir praktische Tipps.


Der Gegenteiltag und seine Wirkung


Kennst du noch den Gegenteiltag aus deiner Kindheit? Alles anders machen, nur um Spaß zu haben?


Dieses Prinzip kann dir helfen, intensive Gefühle abzuschwächen. Ein Gefühl zeigt sich auf mehreren Ebenen: Wahrnehmung, Gedanken, Körperreaktion und Handlungsimpuls. Wenn du genau das Gegenteil machst, kannst du die Intensität verringern.


Beispiel: Du fühlst dich einsam – dann gehe bewusst in Kontakt oder unternehme etwas, das du sonst nicht tun würdest.



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Überliste dein Gehirn


Unser Gehirn unterscheidet nicht, ob wir uns etwas überwinden oder es aus Spaß tun. Es registriert lediglich die Handlung und reagiert entsprechend.

Eine weitere Methode ist die radikale Akzeptanz. Sie bedeutet, eine Situation anzunehmen, die du nicht ändern kannst. Nicht gutheißen, nicht schönreden – einfach akzeptieren, wie sie ist.


Fehlende Akzeptanz verstärkt Schmerz und Leid.

Radikale Akzeptanz kannst du trainieren, wie einen Muskel: immer wieder im Alltag anwenden.


Alltagsübungen für Gefühle


  • Die lange Schlange beim Bäcker

  • Der Stau zum Feierabend

  • Der verpasste Bus


Beobachte die Situation und deine Gefühle, ohne sofort zu reagieren. Tritt einen Schritt zurück, nimm deinen Schmerz wahr, ohne dich in ihm zu verlieren. Gefühle kommen und gehen – wie Wellen im Meer.


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Dein 7-Schritte-Plan für deine Gefühle


Gefühle dürfen kommen und gehen. Spüre sie bewusst, nimm sie wahr, lerne von ihnen – ohne dich von ihnen überwältigen zu lassen.


Liebe für dich.

Giulia

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