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VON SELBSTLIEBE UND DEM SCHWEINEHUND HEKTOR

Selbstliebe. Hört sich immer so einfach an und kaum einer macht’s. Warum eigentlich nicht? Wenn ich mich mit diversen Menschen unterhalte oder mir anschaue, wie Sie mit sich selbst umgehen, sehe ich die Liebe häufig nicht. Mir selbst geht es da manchmal nicht anders und ich frage mich dann, wieso ich so nachlässig mit mir umgehe.


Es fängt schon bei den kleinen Dingen an. Wir brauchen ja nicht direkt in die Tiefe gehen und über Gefühle sprechen. Die kleinen Dinge sind für mich zum Beispiel genug Schlaf, regelmäßiges & gesundes Essen, ausreichend zu trinken (und damit meine ich keinen Gin Tonic) und natürlich Bewegung. Das sind meiner Meinung nach erst einmal die Basics.


HABEN WIR WIRKLICH EIN ZEITPROBLEM?


Warum fällt es uns so schwer, nur allein diese Grundbedürfnisse zu befriedigen? Keine Zeit! Typische Aussage. Ist es nicht vielleicht so, dass wir uns die Zeit nehmen sollten, um uns die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, um nicht im Trouble der Welt unterzugehen und uns selbst so gering zu schätzen?


Wir alle wollen alt werden und das bei bester Gesundheit, doch seien wir mal ehrlich: Wer kümmert sich denn wirklich um sein/ihr eigenes Wohl?


Wir bestellen uns schnell Currywurst mit Pommes in der Kantine, weil wir es wieder nicht geschafft haben, frisch zu kochen. Oder greifen zur Tütensuppe, weil es schnell gehen muss. Wir wissen, dass das nicht gut ist. Und machen es trotzdem. Da stimmt doch etwas ganz und gar nicht.


MEIN SCHWEINEHUND HEKTOR


Wir haben so große Pläne und keiner kriegt den Hintern hoch. Der Schweinehund - ich habe ihn liebevoll Hektor getauft - kann einfach ein richtig bissiges Vieh sein, welches man erst einmal in den Griff kriegen darf. Das geht nicht von heute auf Morgen, einfach so. Dazu gehört ein Vertrauensaufbau, Liebe, Geduld und Durchhaltevermögen.


Ich habe gelesen, dass sich nach 21 Tagen eine Änderung des Verhaltens einstellt, wenn du es wirklich durchziehst. Jetzt denken wir wieder alle: „Och Mensch, 21 Tage. Na, das mache ich doch ganz locker. Morgen geht’s los mit der Diät und dem Sportprogramm - fünf Tage die Woche.“


Ganz ehrlich: Wie unfassbar lang können bitte 21 Tage sein?!

Spätestens an Tag vier drehe ich durch und beginne zu phantasieren von Pizza und Burger ebenso von Eis. Wenn ich es mir nicht verbiete, greife ich selten darauf zurück. Doch ausgerechnet jetzt sehnt sich jede Faser meines Körpers danach. Hektor, der Schweinehund, leistet wieder ganze Arbeit. Er ist einfach noch nicht gut abgerichtet auf die richtigen Bedürfnisse und ich scheinbar auch nicht, denn warum verbiete ich mir selbst eigentlich etwas?


Da stellt sich mir die Frage, ob ich Hektor mit Geduld und Liebe umpolen kann zu einem kleinen Schmusetier, welches gerne mit mir Sport macht, meditiert und beim gesunden Kochen zuschaut (Schweinehunde gehören in meiner Vorstellung irgendwie nicht in die Küche und schneiden Gurken). Ich bin sicher, das klappt.


Klar, Hektor und ich chillen auch mal gern auf der Couch und gucken momentan „Haus des Geldes“ oder einen meiner Klassiker „Die Nanny“, doch dann kommt der innere Drang nach Auslastung und ich möchte Sport machen und mein Körper sehnt sich nach dem gesunden grünen Hasenfutter und ich mache mir einen richtig leckeren Salat. Wenn ich richtig verrückt drauf bin: Mit Garnelen. Hmm. Soulfood vom Feinsten.



DIE ERZIEHUNG VON HEKTOR


Ist es vielleicht so, dass ich mit Hektor nicht im Clinch liegen sollte und ihn an die Kette lege, sondern mit ihm gemeinsam daran arbeite, meine Ziele zu erreichen? Meinem Selbst erst einmal die Grundbedürfnisse zuzusprechen und mich dann langsam zu steigern?


Wir müssen ja nicht gleich von heute auf morgen alles schaffen und uns einreden, dass wir nur gut sind, wenn wir wie einige Insta-Sternchen morgens um fünf 15 Kilometer laufen und danach ganz befreit in unseren Job starten.

# noexcuses (# keineausreden). Ja zugegeben: Das ist schon toll, wenn man das kann und durchzieht. Ich kann das nicht. Wenn ich morgens um fünf gut gelaunt aufstehe, dann geht es für mich nur in eine Richtung und zwar zum Flughafen in den Urlaub. Andernfalls wanke ich schlaftrunken zu meiner Kaffeemaschine.


Lasst uns doch langsam starten, damit Hektor - oder wie auch immer du deinen Schweinehund nennst- nicht gleich in voller Panik flüchtet. Wir können damit starten, dass wir uns jeden Morgen fünf Minuten Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was uns so richtig glücklich macht und einfach mal Dankbarkeit zu spüren. Das geht beim Kaffeekochen oder beim Vorbereiten der goldenen Milch (mein Morgenritual).


WELCHER TYP MENSCH BIST DU?


Ebenfalls sollten wir uns die Frage stellen, was für ein Typ Mensch wir sind. Bin ich der Typ Mensch der gerne morgens Sport macht oder lieber nach der Arbeit? Bin ich morgens produktiv und lege hier wichtige Termine und Erledigungen oder sind es die Abendstunden, die mich nochmal richtig pushen?


Es gibt kein richtig oder falsch. Es gibt lediglich ein Du und ein Ich. Wir sind alle so unterschiedlich und genau das macht uns Menschen doch aus. Wir sind alle so vielfältig und so besonders. Das ist so wunderschön. Wieso sollten wir dann alle in das gleiche Raster passen? Ist das nicht in sich schon sehr unlogisch? Warum versuchen wir es dennoch? Sind es Ansprüche der Gesellschaft oder die eigenen?


Vielleicht wussten wir es bis jetzt einfach nicht besser und dachten, es müsse so sein. Doch seien wir ehrlich zu uns: Wer sagt, dass es so sein muss und nicht anders geht?



WAS FÜR MICH SELBSTLIEBE IST


Die Hauptsache ist doch, dass wir den Fokus auf uns und unsere Bedürfnisse legen und nicht Ersatz suchen. Denn nicht gefühlte Bedürfnisse neigen zu Verschiebung. Es kann zum Beispiel sein, dass wir beginnen uns materiell zuzumüllen, um Selbstliebe zu spüren. Wir verknüpfen Liebe und gute Gefühle mit dem Erwerb von Dingen. Ebenso kann es sein, dass der Fokus sich auf übermäßiges Essen oder Trinken legt. Beides sind nur Beispiele dafür, wie sich nicht gesehene Bedürfnisse einen Weg nach außen bahnen wollen.


Selbstliebe bedeutet für mich unter anderem, dass ich mich so annehme, wie ich bin und gleichzeitig nicht stehen bleibe. Für mich ist es wichtig, dass meine Seele in einem gesunden Körper leben kann und ich fit alt werden kann. Mein Hanuta oder meine Milchschnitte gönne ich mir trotzdem.


Ich will immer weiter lernen und mich weiterentwickeln, weil Stillstand für mich ein nicht beachten meiner Bedürfnisse wäre. Das ist ein Anspruch an mich selbst, der mich und Hektor täglich dazu treibt noch mehr ICH zu werden. Für mich ist es so wertvoll, meine Entwicklung mit offenen Augen betrachten zu können.


Wie ist es bei dir? Was bedeutet Selbstliebe für dich?


Hat dein Schweinehund schon einen Namen und kämpfst du gegen ihn oder arbeitet ihr Hand in Hand?


Ich glaube an euch und das solltet ihr auch tun.


(Selbst)Liebe für dich.

Svenja ❤️🤍





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